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24.05.07 - Börsen Zeitung (Nr. 98)


Hilfe für Problemfonds - Auf der Hauptversammlung kündigt die DZ Bank eine Lösung für die Anleger der Problemfonds an.



Frankfurt - Die DZ Bank hat ihren Aktionären über Ergebnissteigerungen in den ersten vier Monaten dieses Jahres berichtet. Auf der Hauptversammlung warb Vorstandschef Wolfgang Kirsch eindringlich für mutige unternehmerische Entscheidungen zur weiteren Kräftebündelung im genossenschaftlichen Verbund. Zur Begründung verwies er auf den Ertragsdruck, unter dem die Volks- und Raiffeisenbanken leiden, und auf das forcierte Vordringen ausländischer Wettbewerber auf den deutschen Markt.

 

Wie Teilnehmer des Aktionärstreffens sagten, stellte Kirsch für die Rentabilität des Spitzeninstituts "noch deutliches Steigerungspotenzial" in Aussicht. So solle die Aufwand-Ertrag-Relation der AG bis 2010 auf 55 % gedrückt werden. Im vergangenen Jahr war sie von zuvor 53,4 % auf 58,3 % gestiegen. Auch die Eigenkapitalrendite solle sukzessive dem Niveau der Gruppe (zuletzt 16,9 %) angenähert werden.

 

Synergien erschließen

 

Von Januar bis April machte die DZ Bank weiter spürbare Ertragsfortschritte. In der Gruppe stieg das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006 um 6 % auf 523 Mill. Euro. In der AG alleine kam die gleiche Ertragskennzahl dem Vernehmen nach sogar um 15 % auf 196 Mill. Euro voran. Kirsch soll indes davor gewarnt haben, diese Steigerungsraten auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Vor dem Hintergrund der relativ schwachen operativen Ertragskraft vieler Genossenschaftsbanken, die in der Vergangenheit gelegentlich auch von Aufsichtsseite kritisiert worden ist, appellierte Kirsch nachdrücklich an die Mitglieder des Verbundes, zu neuen Ufern aufzubrechen. Der seit vorigen September amtierende Vorstandsvorsitzende der DZ Bank wird mit der Äußerung zitiert, die Kreditgenossen hätten sich vielleicht zu lange an die alte Handwerkerregel "Lieber dreimal messen, bevor man schneidet" gehalten. Nun müssten erkennbare Kosten- und Ertragssynergien ohne schuldhaftes Zögern erschlossen werden. Dabei gehe es unter anderem um die Ebenen der Zentralbanken und der Rechenzentralen, die Verbändestruktur, neue Wege der Arbeitsteilung und das Zusammenrücken der Hypothekenbanken (siehe dazu nebenstehenden Bericht). Anders als die Sparkassen, deren Präsident Heinrich Haasis jüngst beim Sparkassentag in Bochum beklagt hat, dass seine Gruppe bei Entscheidungen zur Kräftebündelung etwa unter den Landesbanken auf die Mitwirkung der Politik angewiesen sei, hätten die Genossen die strategische Weiterentwicklung ihres Verbundes selbst in der Hand, so Kirsch: "Wir könnten unseres Glückes Schmied sein." Mit Blick auf die im genossenschaftlichen Finanzverbund geführte Diskussion über interne Preise und Provisionen zeigte sich Kirsch zwar aufgeschlossen für die übliche jährliche Überprüfung der Marktadäquanz, wie Teilnehmer der Hauptversammlung weiter berichteten. Er warnte jedoch davor, schlicht die "Umverteilungsmaschinerie" im Verbund anzuwerfen. Umverteilung sei kein Geschäftsmodell und keine Antwort auf die Problemstellungen der Gruppe. Dem Vernehmen nach ging Kirsch auch ausführlich auf die notleidenden Immobilienfonds der DG Anlage GmbH ein - ebenfalls ein im Verbund seit Jahren heiß diskutiertes Thema. Die steuerinduzierten geschlossenen Immobilienfonds waren in den neunziger Jahren von vielen Volks- und Raiffeisenbanken platziert worden. Etliche Fonds gerieten dann im Zuge des Wertverfalls auf einzelnen Immobilienmärkten, z. B. Berlin, in Schieflage. Die Engagements der Fondsgesellschaft wurden zusammen mit von der DZ Bank gebildeten Rückstellungen und Mitteln der Sicherungseinrichtung - zusammen vermutlich ein kleiner dreistelliger Millionen-Euro-Betrag - auf die genossenschaftliche "Bad Bank" BAG Hamm übertragen. Betroffene Anleger, deren Vertreter im vorigen Jahr von Eigenkapitalverlusten von 586 Mill. Euro in zehn Fonds gesprochen hatten, versuchen, die Genossen in Regress zu nehmen.

 

Hilfe bei Problemfonds

 

Kirsch kündigte nun an, betroffene Volks- und Raiffeisenbanken auch künftig nicht im Regen stehen zu lassen, wie aus Bankenkreisen verlautete. Die DZ Bank wolle den Instituten in Kooperation mit der BAG Hamm ermöglichen, Anteile der Problemfonds an eine dafür geschaffene Zweckgesellschaft zu veräußern. Diese werde den betroffenen Kreditgenossenschaften, die sich mit ihren Kunden vergleichen, einen noch festzulegenden Ankaufspreis für die Anteile an den notleidenden Fonds bieten. Dadurch müsse keine der betroffenen Banken die wirtschaftliche Belastung aus Vereinbarungen mit Anlegern alleine tragen.







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